„Eluveitie“ Konzert Hamburg

21. Dezember 2019 – Dock’s Hamburg

Kurz vor Weihnachten endete die „Ategnatos“-Europatour der Schweizer Band Eluveitie (gesprochen mit „stummem „u“) mit dem Konzert im Hamburger Dock’s. Obwohl ich Eluveitie (mehr zum Bandnamen hier) bereits bei einigen anderen Gelegenheiten, z.B. beim 30. Wacken Open Air gesehen habe, habe ich mit großer Freude auf dieses Konzert hingefiebert.
Grund für die Vorfreude war nicht nur, dass ich der Meinung bin Eluveitie befindet sich gerade auf dem bisherigen Hochpunkt ihrer Schaffenskraft, sondern auch die weiteren Bands, mit denen sie diesmal unterwegs sind. Lacuna Coil ist eine Standardgröße seit Jahrzehnten, deren letztes Album „Black Anima“ mir die Italiener und ihre Frontfrau Cristina Sccabia wieder in die Playliste gespült hat, nachdem ich sie einige Jahre nicht mehr gehört habe. Die dritte Band im Bunde, Infected Rain aus Moldawien, war mir bisher unbekannt, haben aber einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Frontfrau Lena Cataraga und ihre Bandkollegen haben das Eis zum Publikum als Eröffnungsband nicht nur gebrochen, sondern mit ihrer Power pulverisiert. Nach wenigen Minuten gab’s überall zunächst Kopfnicken, bald darauf Circlepits und „Infected Rain, Infected Rain“-Rufe von der begeisterten Menge. Schön, dass mehr Bands aus Osteuropa gerade in größere Aufmerksamkeit auch bei uns kommen! Da sich die für einen Opener herausragende Power von Infected Rain so schlecht auf einem Foto einfangen ließ, füge ich hier statt dessen einen kurzen Videoschnipsel ein.

Nach einer angenehm kurzen Umbaupause betraten dann Lacuna Coil die Bühne. Ich musste mich kurz an das etwas reduzierte Tempo ihrer Musik gewöhnen, war dann aber bald ebenso begeistert. Der Alternative-Gothic-Metal mit Scream- und Growlanteil einerseits und Cristinas klarem Gesang andererseits ging gut ins Ohr. Etwas ratlos ließ mich aber doch das Outfit der Bandmitglieder zurück. Während die drei Instrumentalisten wohl sowas wie Untote darstellen sollten, und ich Cristina die Zombiemeisterin abnehmen konnte, blieb mir unklar, was ihr Gesangspartner Andrea Ferro mit seinem Jogging-Outfit mimen wollte.

Den Höhepunkt des Abends stellten dann Eluveitie dar. Nach einem mystischen Intro hinter einer Schattenwand zogen sie alle Register. Glasklarer und druckvoller Sound, großartige Lichtshow und Musikerinnen und Musiker, die sicherlich nach fast zweimonatiger Europatour ausgepowert nach Hamburg kamen, aber noch einmal alles für ihre Fans in der Hansestadt geben – auch, weil sie schon seit über zehn Jahren dort kein Clubkonzert mehr gespielt haben. Mit der aktuellen Besetzung hat die Band für mich ein Gleichgewicht gefunden, aus dem sie sowohl ruhige balladeske Songs als auch verdammt harte Death-Metal-Stücke höchster Qualität spielen können. Chrigels Growls und Screams sind schneidend und diabolisch, daneben schafft es Fabienne Erni viel Gefühl in ihre Songparts zu stecken. Ergänzt sich klasse! Highlights für mich waren „Call of the Mountains“ in der schweizerdeutsch gesungenen Version, das fast black-metal artige „Worship“, das schnelle und durch den tollen Wechsel zwischen Fabiennes und Chrigels Stimmen bestechende „Ambiramus“ und natürlich der Klassiker „Inis Mona“ zum Abschluss. Tolles Gesamtpaket zum Jahresabschluss!

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