Müll und Verständnis

Ich bin heute etwas ausgedehnter zu Fuß unterwegs gewesen. Da ich tags zuvor auch schon einige Kilometer gegangen war und mir dabei viel Müll am Weges- und viel mehr noch Straßenrand aufgefallen war, habe ich mir heute mal was überlegt. Ich wollte mal sehen, was so alles zusammenkommt, wenn ich nach folgenden Regeln sammle:

  • nur auf der Straßenseite, die ich entlang gehe,
  • nur unmittelbar erreichbares Zeug (also kein wühlen im Straßengraben usw)
  • nicht alles einsammeln (Dinge mit erhöhtem Ekelfaktor, rein subjektiv, habe ich gar nicht angerührt)

Vom Ergebnis war ich sehr überrascht. Schon nach gut 30 Minuten und knapp 2 km Wegstrecke entlang einer jetzt nicht sehr stark befahrenen Kreisstraße war meine Tragekapazität fast ausgereizt.

Ich konnte diese erste Sammlung in einer Mülltonne einer Bushaltestelle entsorgen. Mein weiterer Weg führte mich zunächst weiter entlang einer Kreisstraße, allerdings auf einem weit weniger befahrenen Teil. Die eingesammelte Menge an Müll nahm dort zunächst ab. Dann erreichte ich eine Landstraße, auf der das bei diesem Ausflug höchste Verkehrsaufkommen herrschte. Dort benötigte ich nur ein Fünftel der Strecke des bisherigen Weges, um meine Beutel wieder prall zu füllen. „Glücklicherweise“ fand ich noch einen Topf (!), der meine Kapazität erhöhte, sodass ich noch etwas mehr mitnehmen konnte.

Anschließend setzte ich meinen Weg im Wald fort. Dort fand ich erfreulicherweise keinen weiteren Müll mehr.

Zusammenfassung

Der Großteil des Eingesammelten bestand aus leeren Zigarettenschachteln, To-Go-Bechern von McDonald’s und div. Bäckereien/ Backshops sowie Verpackungsmüll von Süßigkeiten, Chips usw. Dingen also, von denen ich annehme, dass man sie beim Autofahren nicht versehentlich aus dem Fenster wirft. (Eine Radkappe kann man schon mal verlieren, ohne es zu bemerken. Bei dem Topf bin ich mir noch sehr unschlüssig.)

Fazit

Offenbar gibt es im ländlichen Raum aureichend autofahrende Menschen, die ihren Müll einfach aus dem Fenster werfen, bzw. anhalten, um diesen am Wegesrand zu entsorgen (ein Verdacht von mir, ob der teils erheblichen „Ablagerungen“ an einem Fleck). Raucher*innen scheinen genauso wie Kund*innen einer großen Fast-Food-Kette besonders betroffen zu sein. Auch Leute, die gerne (meist alkoholische) Getränke aus Dosen während der Autofahrt verzehren, scheinen oft mit offenen Fenstern unterwegs zu sein.
Ich habe zwar einen Verdacht und aufgrund dessen einen Sterotyp im Kopf, der zu diesem Verhalten neigen könnte, aber bevor ich da was äußere, stelle ich lieber weitere Untersuchungen auf. Eine Frage bleibt jedoch:
Warum soll ich stets verständnisvoll mit allen über Naturschutz, Klimanotstand oder grundsätzlich anständigem Verhalten diskutieren, wenn ich doch annehmen muss, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Bevölkerung dermaßen kleingeistig ist, dass eine vernünftige Diskussion gar nicht zustande kommen würde?
Bevor wir über Klimapakete, andere Mobilitäts- oder Wirtschaftsformen und sonstwas sprechen, muss ich doch feststellen, dass nicht wenigen sogar der Gebrauch von Pappbechern und verpackten Lebens- und Genussmitteln nicht zuzutrauen ist.

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