Ich habe doch nix zu verbergen…

Das ist ein Satz, den ich oft höre, wenn das Thema auf den Datenschutz kommt. Häufig geht das Gespräch zuerst in die Richtung, dass meine Gesprächspartnerin oder mein Gesprächspartner sagt, dass Datenschutz ja grundsätzlich ganz vernünftig ist, es aber aktuell doch ganz schön übertrieben wird.

Was aber viele Personen noch immer nicht wissen ist, wie umfangreich ihre Datenspuren sind. Solche Spuren fallen bei vielen Gelegenheiten an: die „Bonuskarte“ beim Einkaufen oder Tanken, der „Fan-„, „Special-“ oder „Kundenclub“ beim Lieblings-Modeladen aber natürlich auch ganz besonders bei vielen Aktivitäten im Internet. Online-Shopping, Google-Suche, Twitch-, oder Youtube-Videos gucken usw.

Irgendwann kommt dann meist der Satz aus der Überschrift. Gerne auch mit einem „Na, was hilft es denn schon, wenn man von mir weiß, welches Buch ich kaufe?“. Das Problematische ist dabei jedoch, dass vielen Menschen der Umfang dessen was sie bewusst und unbewusst an Informationen über sich preisgeben gar nicht klar ist. Um hier einen ersten Eindruck zu bekommen und darüber hinaus zum Nachdenken angeregt zu werden, was bei einem selber los ist, empfehle ich den folgenden Vortrag von Katharina Nocun.

Solche Vorträge sollen weder Angst machen, noch will ich mich durch den Hinweis darauf über euch erheben und sagen, dass ich ohne Fehl bin. Auch ich bin fleißiger Kunde bei vielen Datenkraken im Netz. Gleichzeitig bin ich aber jemand, der zum Beispiel die europäische Datenschutzgrundverordnung ausdauernd gegen Kritik („ist ja völlig übertrieben“ usw.) verteidigt und Freunden gerne widerspricht, wenn sie sagen „Ich hab doch nichts zu verbergen…“.

Habt ihr dazu eine andere Meinung? Oder selber krasse Sachen erlebt, als euch ein Algorithmus erklärt hat, wer ihr seid? Ich freue mich sehr auf eure Kommentare.

Katharina Nocun engagiert sich in der Netzpolitik und betreibt Kattaschas Blog, indem sie aktuelle politische Themen aufgreift und diskutiert. Ihr Buch heißt „Die Daten, die ich rief“.

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