Mr. Hurley & Die Pulveraffen – Leviathan

Spontanreview des neuen Albums

Ahoi, ihr Karpfenkrauler! Rechtzeitig zum Wochenende lassen „Mr. Hurley & Die Pulveraffen“ ihr neuestes musikalisches Werk aus den dunklen Tiefen auftauchen. Es ist die fünfte Albumveröffentlichung der Geschwisterband aus „dem karibischen Osnabrück“ und trägt den Titel Leviathan.

Neben den schon vorab veröffentlichten Singles „Leviathan“, „Unser Untergang“ und „Der Kodex (Kein Versprechen“ enthält es 12 weitere Songs sowie das bereits seit dem 2013er Langspieler obligatorische mehrteilige Hörspiel um die etwas skurrilen Abenteuer des Captain Blake, der sich mit den Pulveraffen rum-ärgern muss. Insgesamt kommt Leviathan so auf 19 Tracks und einer Spielzeit von knapp unter einer Stunde.

Das Wichtigste: Die Mucke

Doch nun zum interessanten Teil – die neue Musik. Wie es sich für einen gestrandeten Seemann gehört, wollte ich natürlich keine Zeit verlieren: also erfolgt der erste Albumdurchlauf noch in der Koje. Und was soll ich sagen – der Versuchung, mir direkt ne Pulle Rum mit dorthin zu nehmen, konnte ich nach wenigen Songs nur ganz knapp widerstehen. Ersatzweise entschloss ich mich aufzustehen und diesen Spontanbericht zu schreiben.

Los geht’s mit einem sphärischen Intro, das vom Gefühl auch einen Western einleiten könnte… bis es direkt in den ersten Titel „Affentotenkopp“ übergeht. Und direkt ist man wieder mittendrin im sündigen Piratenleben a la Mr. Hurley! Und sie machen gleich mal klar, wohin die Reise geht, denn die Pulveraffen stehen für „Heiße Liebe, kalten Stahl und warmen Grog“! Das geht schon gut ins Ohr. Es folgen neben dem ersten Teil des Hörspiels die beiden Singles „Leviathan“ und „Unser Untergang“, die sich, insgesamt gut in das Gesamtgefüge des Albums einfügen. Etwas morbider und langsamer geht es weiter mit „Hol uns der Teufel“, dem längsten Song des Albums (4:16). Die Piratenmusiker besingen getragen von Orgelklängen die Aussicht auf die Hölle, die sich aus ihrem sündigen Leben ergibt. Aber hey, „die Hölle ist der Himmel im Vergleich zu diesem Schiff“. Danach geht es „Auf zu neuen Ufern“. Der Song dürfte, zusammen mit ein oder zwei Buddeln Schnaps, ne gute Therapie bei zerbrochenen Beziehungen sein. Message: „Es gibt kein böses Blut und ich hoffe, dein Neuer kriegt Skorbut!“ Der folgende „Erste Schluck“ ist ein schön in der Gruppe mitsingbares Trinklied über die Problematik die sich ergibt, wenn zu viele erste Schlücke für Neptun über die Reling gekippt werden. Nach einer erneuten Episode der Geschichte um Capitän Blake und seinem Thorsten folgt im Stile von „Mit’n Schwert“ der Song „Knüppel auf’n Kopp“ gesungen wiederum von „Buckteeth Bannock“ (Christoph Erichsen). Wer schon immer wissen wollte, wie man zu einer Karriere auf See kommt, bekommt hier die Antworten. Das es bei „Volle Fahrt“ nicht um äußerste Geschwindigkeit geht, wird bei der Textzeile „Wir geh’n auf volle volle Fahrt, bis Mast und Schot und mancher Seemann bricht“ klar. Ein bisschen schimmert aber auch bei diesem feuchtfröhlichen Song eine Message durch. Noch ein bisschen gesellschaftskritischer geht es bei „Scherenschnitte“ zu. Wow, eine ganz neue Seite der Pulveraffen – stark! Aber so lange hält die Schwermut nicht an, „Santa Sangria“ nimmt einen mit einem Eimer Tequila und entsprechenden Rhythmen mit in eine kubanische Strandbar. Nach einem ritterlichen Gastauftritt im Hörspiel lernt man in „Captain Blake Episode I“ allerhand über diesen legendären Piraten. „In jedem Hafen“ stellt ein bekanntes Sprichwort bezüglich des Beziehungsverhaltens von Seemännern auf den Kopf. Die dritte Single „Der Kodex (Kein Versprechen)“ ist eine Hymne für junge Eltern und beschließt das Album zusammen mit dem Hörspiel-Finale und dem Abschlusssong „Segel hoch“. Dieser passt wie Arsch auf Eimer ans Ende dieses Piratenabenteuers, denn „die Leinen und ich müssen los“.

Fazit

Was auch immer da im Rum war als Leviathan entstand – es war saugut! Tolle Musik mit wie gewohnt zotigen Texten. Stimmungen von sauf-fröhlich (oft) bis zu ein wenig nachdenklich werden geweckt und ist das Album durchgehört juckt der Finger, gleich wieder von vorne zu beginnen. Ich habe nicht ein mal die Skip-Funktion gebraucht, da alle Songs großen Hörwert haben. Besonders begeistern mich „Auf zu neuen Ufern“, „Knüppel auf’n Kopp“ und „Scherenschnitte“. Nachdem zuvor schon „Versengold“ mit „Nordlicht“ in diesem Jahr ihr bisheriges Zenit erreicht haben, machen es ihnen ihre Freunde von „Mr. Hurley & Die Pulveraffen“ mit Leviathan nun nach. Der Herbst ist gerettet und die Piratenpartys können beginnen! Von mir gibt es klare 5 von 5 Fässer Rum!

Schreibt mir doch in die Kommentare eure Meinung zu dem Album und eure Lieblingssongs oder auch, wenn ihr ganz anderer Meinung seid und das Album nicht so feiert wie ich.

Live

Wer Bock hat die Pulveraffen und ein paar neue Songs nun live zu hören: die Leviathan-Tour beginnt am 18.10. im Grünspan in Hamburg und führt dann bis Dezember durch die Republik (sowie nach Wien). Tickets gibt es zum Beispiel hier.

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