Für jeden Kumpel nen Haufen Asche!

Bis 2038, so gilt der Kompromiss, soll Deutschland aus der Braunkohleförderung und -verstomung ausgestiegen sein. Dadurch, so eine Kritik, bricht ein wichtiger Wirtschaftszweig in den betroffenen Regionen weg und damit kommt es zum Verlust von, na klar…. Arbeitsplätzen. Der Kompromiss sieht nun vor, dass die besonders betroffenen Länder in den kommenden 20 Jahren insgesamt 40 Milliarden Euro Finanzhilfen für den dann nötigen Strukturwandel bekommen sollen. Damit soll dann den besorgten Wählerinnen und Wählern signalisiert werden, dass „etwas“ für deren Zukunft vor Ort unternommen wird.

Anderer Ansatz: Wie wäre es denn, wenn man die Betroffenen direkt für den plötzlichen (wenn man einen 20jährigen Prozess denn so nennen will) Wandel entschädigt? Dazu folgender Gedankengang: Wir haben offenbar 40 Milliarden € in 20 Jahren, also 2 Milliarden € pro Jahr zur Verfügung. Zur Anzahl der Betroffenen spricht der DEBRIV – Deutsche Braunkohle-Industrie-Verein (also der Braunkohle Bundesverband) in seinem in Auftrag gegebenen IW-Gutachten Folgenabschätzung Klimaschutzplan von 21.000 direkt in der Braunkohleindustrie und sogar von bis zu 72.000 mittelbar in diesem Wirtschaftszweig Beschäftigten. Damit könnte man jedem und jeder dieser Personen jährlich eine Summe von mindestens 27.777 bis zu 95.238 € über 20 Jahre ausbezahlen. Wenn man nun einem oft zu hörenden Politik-Grundsatz glauben mag, nämlich „die Leute vor Ort wüssten am Besten Bescheid“, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Kumpel und Kumpelinnen durchaus einverstanden sein könnten, sich eine neue Zukunft aufzubauen, wenn sie dabei mit den genannten Summen über die Zeit, die für den Strukturwandel vorgesehen ist, unterstützt werden.