„Dein Haus steht in Flammen!“

Wer seit gestern in irgendeiner Weise Nachrichten konsumiert hat, der hat von dem Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris Notiz genommen. Wer in derselben Gegend lebt wie ich, hört konstant Nachrichten zu einer Brandserie von Scheunen und ähnlichen Gebäuden. Zu beiden Beispielen gibt es entsprechende Bilder der Zerstörung und des Verlusts. Ich habe nie erlebt, wie sich der Verlust anfühlt, wenn man neben seinem abbrennenden Haus und dem darin befindlichen Eigentum steht. Es muss schrecklich sein… niemandem wünsche ich diese Erfahrung.

Aber so ein Unglück eignet sich für ein Gedankenexperiment. Vor einer Sekunde war noch alles in Ordnung, dann taucht plötzlich eine junge Frau auf und ruft dir mit Tränen in den Augen zu, dass dein Haus in Flammen steht! Was tust du? Darüber nachdenken, wie du dein Haus das nächste Mal bauen würdest, damit es nicht in Flammen gerät? Würdest du das, was auch immer du gerade tust, sei es ein Steak grillen, dein Auto waschen oder was auch immer, erstmal in Ruhe zu Ende bringen? Sicherlich nicht. Du würdest alles in deiner Macht Stehende tun, um dein Haus zu retten. Und zwar sofort, denn du siehst vor dir, dass dir keine Zeit zum zögern bleibt, denn dann wird es zu spät sein.

Wir stehen gerade alle an dieser Stelle: unser Haus brennt und eine junge Frau versucht uns wachzurütteln, damit wir etwas unternehmen! Heute stand sie vor den Angehörigen des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments.

Die deutsche Übersetzung der Rede Thunbergs findet sich hier.

1 Antwort zu “„Dein Haus steht in Flammen!“”

  1. Ich habe heute bei den Krautreportern dazu einen sehr lesenswerten Artikel gefunden.
    Rico Grimm zeichnet ähnlich ehrlich und dramatisch Folgen unseren Lebens. Besonders beeindruckend fand ich die Aussage, dass wir in den vergangenen 30 Jahren soviel CO2 in die Luft geblasen haben wie die gesamte Menschheit in den Jahren davor. In allen 200.000 Jahren von menschlichem Leben.

    Hier der Link zum Artikel: https://krautreporter.de/2837-ab-jetzt-gibt-es-nur-noch-ein-wirklich-wichtiges-thema-die-klimakrise?shared=eyJzaGFyZWRCeSI6IiIsImRhdGEiOnsidXNlcl9pZCI6NDQxNzN9LCJ2YWxpZFVudGlsSVNPODYwMSI6IjIwMjAtMDQtMTZUMDA6MDA6MDArMDI6MDAifQ%3D%3D&utm_campaign=share-url-44173-article-2837

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